Donnerstag, 31. Juli 2008

AUF GUTE NACHBARSCHAFT – PROST!

Sonntag. Vernünftigerweise lässt man den Sonntag gemütlich angehen, erholt sich von den Anstrengungen der letzten zwei Tage, und liegt nur faul rum. So tat’s auch ich.
Bis mir fast die Decke auf den Kopf gefallen wäre. Gegen ein Stündchen am Rhein mit Bester-Freundin und Zweit-Bester-Freundin, der Zigarette, ist ja auch nichts einzuwenden. Also beschlossen wir den Abend so ausklingen zu lassen.

So sassen wir also bis um zehn Uhr rum und lästerten über alles und jeden, bis uns die glorreiche Idee kam, das Schimpänsli zu besuchen. Schimpänsli ist die dritte im Bunde und arbeitet in einer mehr oder weniger noblen Vinothek. Als wir eintrafen waren die letzen Gäste bereits am Gehen und Schimpänsli und ihr fischköpfiger Arbeitskollege hatten den Umsatz des Abends wohl ihrem eigenen Durst zu verdanken. Perfektes Timing also. Und weil es sich mit mehr Freunden besser Wein…en lässt, kamen Fischkopfs Bruder und Zorro auch noch vorbei. Fischkopfs Bruder, ein Ami, ihr wisst schon, diejenigen die jeden Satz mit ‚you know‘ beenden und mit ‚yeah‘ anfangen, bediente sich an der Martini Flasche, wir hingegen suchten einen edleren Tropfen. Was wäre da nicht besser geeignet als eine Flasche Wein die älter ist als wir alle zusammen? Eben. Feucht-Fröhlich ging’s also weiter.

Punkt zwölf haben wir Zorro noch ein Geburtstagsständchen vorgetragen und ihm unser Geschenk überreicht: Eine Ingwer-Wurzel. In so kurzer Zeit noch was anständiges zu organisieren ist ja auch schwer. Er hat sich übrigens nicht sonderlich gefreut, und unser Geschenk lieblos auf dem Tisch liegengelassen als er mit Bester-Freundin zum Geburtstags-Sex verduftet ist. Dieses undankbare Stück.

Wir haben uns die gute Laune nicht verderben lassen und so richtig losgelegt. Die Musik hochgedreht auf Düsen-Jet Lautstärke fing langsam alles an auszuarten. Ich sitze also unten am Tisch mit Mister-Yeah, der mir gerade seine Rap-Künste beweisen will, als eine Frau eintritt. Verwundert blicken wir zu ihr und warten mal ab was Madame zu sagen hat. Der erste Gedanke der mir durch den Kopf schoss: ‚ACHDUSCHEISSE – DIE BESITZERIN!!‘. Aber nein, Madame war nicht die Besitzerin, sondern die Nachbarin, die oben an unserer Party-Höhle ihr Schlafgemach eingerichtet hatte. Stinksauer und rot wie ein Affenarsch textete sie uns zu, was wir doch für verantwortungslose Jugendliche Nichts-Nutze seien und wo diejenigen sind die heute hier gearbeitet hätten. Mein Zeigfinger deutete nach oben, wo Schimpänsli und Fischkopf gerade einen Austausch ihrer Mundflüssigkeiten vornahmen. Affenarsch rief ein paar mal ‚HALLO?!‘ rauf worauf nur ein Gekicher als Antwort zurück schallte. Was uns natürlich auch wieder zum Lachen brachte und Affenarsch nur noch wütender machte. Irgendwann kamen die zwei Herrschaften dann auch runter und stellten sich dem Feind. Schon mal betrunken versucht einer aufgebrachten Nachbarin zu erklären was in einer Vinothek, die schon lange geschlossen hat, in den frühen Morgenstunden abgeht in Front von leeren Martini und Weinflaschen? Da könnt ihr euch bestimmt vorstellen wie plausibel und nachvollziehbar unsere Ausfluchtsversuche geklungen haben. Nun gut, die Party-Stimmung hatte so ziemlich ihren Null-Punkt erreicht und wir haben den ‚KRAWALL-UND-REMMI-DEMMI‘-Mood auf ‚off‘ gestellt. Bevor sich Affenarsch mit einer schnippischen Handbewegungen und zahlreichen Drohungen alles dem Chef zu erzählen verabschiedete, konnte Schimpänsli ihr vorlautes Mundwerk wieder ein mal mehr nicht halten und liess noch ein paar deplatzierte Bemerkungen fallen.

Der Abend ist also gelaufen denkt ihr euch wohl. Von wegen. Die Laune war zwar ein bisschen geknickt, aber wir zogen munter weiter durch die Gassen Richtung Rhein. Das einzige was uns tatsächlich fast zum Verzweifeln brachte, waren die leeren Zigarettenpäckchen. 4 Raucher – 1 Zigarette. Wir beschlossen sie noch ein bisschen aufzusparen und später zu geniessen.

Auf halbem Weg legten wir einen kurzen Halt bei meinem Lieblingsbrunnen ein. Was ich früher für einen Spass mit dem hatte. Der Deckel zur Leitung liess sich immer ganz leicht aufheben und drunter verbarg sich die Drehvorrichtung zur Einstellung der Wassermenge die raus spritzen sollte. Ich konnte es nicht lassen und wollte meinen fünf Meter Wasserstrahl vorführen. Aber irgendein Versager hatte den Hebel abgebrochen. Diese Dilettanten überall. Natürlich hat bei dieser Aktion auch ein geliebter Nachbar mit gehorcht und stand schon bewaffnet mit Taschenlampe am Fenster. Mit einem ‚Ich habe den Deckel nur wieder richtig draufgemacht, weil er schräg war‘ gab er sich aber schon zu Frieden und verzog sich zurück in sein Loch. Wir sassen also in Strassenpenner-Manier auf dem Boden und zündeten unseren letzten Glimmstängel an. Wie zu alten Kiffer-Zeiten reichten wir die Kippe weiter und fingen mit verwirrenden Wortspielen an. Ich kündigte also ein Psychologisches Ich-Weiss-Was-Du-Denkst-Spiel an. Zusammengesetzte Wörter aus zwei Nomen. Ich fing an mit ‚Hut-…‘ und es kam prompt ein ‚Ständer‘ als Antwort. Weiter machte ich mit ‚Kleider-…‘, worauf hin mir wieder ein ‚Ständer‘ entgegen geschleudert wurde. Nummer 3 sollte dann schliesslich die Krönung meines Spiels sein; ‚Dauer-…‘ ? aber was bekam ich als Antwort?! Dauer-Welle. Na toll. Alles für die Katz.

Die Zigarette war mittlerweile auch schon ausgedrückt und wir beschlossen weiter zu ziehen. Bis Schimpänsli nicht mehr an den Rhein, sondern ihren Party-Keller zur Verfügung stellen wollte. Ich überdachte die ganze Situation also nochmals; Zwei Männer - Zwei Frauen. Fischkopf und Schimpänsli hatten schon miteinander rumgemacht und Mister-Yeah schon ein paar eindeutige Zeichen seiner Zuneigung gesandt. Geh ich jetzt mit, muss ich mit sexueller Belästigung rechnen. Somit war ich vernünftig und bin nach Hause. Mister-Yeah musste somit gezwungenermassen auch das Feld räumen. Party over.

Heute musste ich erfahren, dass die liebenswürdige Nachbarin ihre Drohungen wahr gemacht hat und dem Chef doch tatsächlich alles sehr ausführlich berichtet hat. Was ja eigentlich nicht weiter schlimm gewesen wäre. Wir haben ja schliesslich alles bezahlt, ersetzt, aufgeräumt etc. Aber Affenarsch hat doch tatsächlich behauptet, dass Schimpänsli und Fischkopf, ich zitiere: ‚BAM-BAM‘ gemacht hätten als sie reinkam. Und sie dies von ihrer Wohnung aus sogar gehört hätte. Diese Nachtischlampe! Fischkopf musste sich also heute den ganzen Tag lang ‚Sexbomb‘, vorgetragen von der Köchin, anhören und wird wohl auch morgen nicht von Sprüchen verschont bleiben.

Übrigens hat Fisckopf sich nun in Schimpänsli verliebt. Wie süss. Es werden also noch weitere peinliche Erzählungen folgen.

In Liebe, Lust und Lasagne

Eure Hafennutte

Freitag, 25. Juli 2008

Dreckig, druff und durch. Rüppelvoll, rammelig und randexistent.



Oder auch: Das heitere Treiben und Getriebenwerdens eines Festivals

Mit Rückenschmerzen, einem dröhnenden Kopf und einem unbekannten Schlafsackmitschläfer erwacht Mann oder Frau in einem Zelt, in welchem die Temperaturen an tropische Grenzen reichen, auf und es wird einem sofort klar was gestern zwischen diesen dünnen Wänden lief: Zeltakrobatik.

Überall wo sich Alkohol, leichtsinnige Gemüter und lange Nächte treffen ist auch wildes Rumrammeln kein Fremdbegriff. Und so werden auch an Festivals immer wieder schöne Geschichten über neue Fickfreunde und altbewährte Praktiken geboren. Eines haben sie jedoch meistens gemeinsam: Sie sind dreckig, unpraktisch und hören sich oft im zugedröhten Zustand nach einer bessere Idee an als beim verschwitzen Erwachen danach.

Problem Nr.1: Der aufheiterende Alkohol und ein runterheitender Effekt

Alkohol kann einem leider mehr als nur die Hemmungen nehmen. Die Situation: Man läuft und stolpert mit dem neu gewonnenen Festivalflirt über Zelte und Alkohol-Leichen in der Hoffnung sein eigenes Zelt zu finden um sich da notgeil gegenseitg die Kleider vom Leibe zu reissen. Gesagt, getan. Man kommt zum dramatischen Höhepunkt der Nacht. Jedoch kann dieser Akt kein Ende finden, denn da müsste zum Anfang auch die kleine Zeltstange in der Hose richtig stehen können. Und so endet dies öfters in einer peinlichen Situation als in einem freizügigem Liebesspiel. Und da hätte ich doch eine Bitte an die hübschen Jungs von Turbonegro. Wenn ihr das nächste Mal an einem Festival spielt, singt doch anstatt "I got Erection" lieber "I got no Erection". Wir wollen doch nicht unnötige Hoffnungen erwecken.

Problem Nr.2: Hygiene

Selbsterklärend, oder? 4 Tage Randexistenz verstehen sich nicht gut mit Seife und Rasierer.

Problem Nr.3: Location, Location, Location.

Über dieses Thema könnte man einen ganzen Roman schreiben. Auch wenn es an Festivals nicht an Zelten mangelt, fehlen jedoch oft, wenn es draufankommt, die freien Lusthöhlen. Und sich schnell im Auto auf dem Parkplatz zu vergnügen ist meistens eine sehr umständliche Arbeit, ended in blauen Flecken und Schmerzen am nächsten Tag, und zieht rasch Schaulustige an. Andere Option? Die Liebe unter dem freien Himmel endet höchstwahrscheinlich am Montag danach auf youtube und Dixi Klos sind auch nicht gerade das Wahre.

Bei meiner Lieblings-Zeltakrobatik Geschichte trägt meine Freundin, Madame Vollmond, die Hauptrolle. Als ich einmal um drei Uhr Morgens bei unseren temporären Schlafgemächten vorbei torkelte stand Madame's Zeltmitbewohnerin, die Arme, vor besagtem Zelt. Auf die Frage was sie denn da tue, antwortete sie ohne Worte mit einem Fingerzeigen auf ihr Vorzelt. Und was ich da erblickte war nichts für sanfte Gemüter. In dieser dunklen Festivalnacht ging bei uns ein Vollmond im Vorzelt auf und bewegte sich rhytmisch-rammelig durch die frühen Morgenstunden. In diesem Moment tat mir eigentlich nur die Zeltmitbewohnerin leid; sie wollte doch eigentlich nur ihre Jacke holen; wurde aber stattdessen mit einem Festivalakt der Sonderklasse begrüsst. Am nächten Tag wachte Madame Vollmond mit einer genervten, jedoch sichtlich amüsierten Isomattennachbarin und einem klebrigen Souvenir der letzten Nacht im Gesicht auf.

Wenn man jetzt aber früh am Morgen mit seiner neu gefundenen Festivalficknummer ins Zelt schlüpfen will und da schon jemand schläft hat man ein grösseres Problem. Auch die grössten Überredungskünste und schlimmstes Bitten und Flehen können da oft die Zeltmitbewohner nicht davon überzeugen das Weite zu suchen. Eine mir bekannte Situation? Gemeinsam mit Madame Vollmond, ihrem Steinzeit-Emo und Herr Nasenpiercing Nr.34230 suchte man um 6 Uhr früh einen angemessenen Platz um sich körperlich auszutoben. Jedoch schlummerten bei beiden von uns im Zelt schon je zwei Brüste. Die Idee, die beiden zusammen in ein Zelt zu schmeissen und im anderen Zelt eine wilde Orgie zu beginnen wurde von mehreren Seiten abgelehnt. Was macht Madame Vollmond mit ihrem schwarz gekleidetem Dinosaurier? Sie suchen nach ihren Wurzeln (oder besser gesagt seiner Wurzel...) und verzogen sich in einen nahgelegten Wald. Herr Nasenpiercing Nr.34230 ging an dem Morgen ohne Headliner in den Schlafsack, und ich kuschelte mich an meine Zeltmitbewohnerin an.

Was kann man daraus lernen? Das feucht fröhliche Rumrammeln an Festivals ist meistens eine dreckige, ungewaschene und leicht haarige Entäuschung und man könnte, in Retrospekt, darauf verzichten. Aber wir wollen doch nicht so sein, und so wird dieses Treiben auch in den nächsten Jahren noch amüsante Anekdoten liefern. Und Jungs, eine Bitte hätte ich noch an euch. Wenn ihr das nächste Mal an einem Festival nachts nichts oder niemanden besseres zu tun habt, dann macht euch nackig, schaut das die Latte stimmt, sucht euch ein schönes Zelt aus, hofft auf weibliche Bewohner und fragt nach ob jemand noch eine Zeltstange brauchen könnte.

In Liebe, Lust und Likör,

Eure Gossenschlampe

Mittwoch, 23. Juli 2008

50 Millionen FRÖSCHE

UND KEIN EINZIGER PRINZ DABEI.

Von Anfang an:

Gestern war wieder mal eines dieser berühmten Dienstags-Desaster. Vier Brüste, zwei Bands und ein paar Bier zu viel führten zu einer ereignisvollen Nacht.

Wer kennt das nicht; Man macht sich ready-steady für einen alkoholreichen Abend mit der besten Freundin und weiss schon zu Beginn, dass es schlussendlich ja doch in irgendeiner Art und Weise ausarten wird. Ob es jetzt der Alkoholkonsum oder der Männerverschleiss sein wird (das lässt sich natürlich auch sehr schön kombinieren) ist eigentlich nebensächlich. Hauptsache Extrem. Und in diesem schönen Wort versteckt sich schon der Retter in der Not von letzter Nacht. Jaja, was würde man nur ohne diese noch immer verliebten Ex-Freunde machen. Diejenigen, die mitten in der Nacht 30km zurücklegen nur um die erste grosse Liebe und ihre schon immer verhasste bessere Hälfte nach Hause fahren zu können. Die Hoffnung auf Dankeschöns-Sex sei ihnen gelassen.

Nun bevor unser edler Ritter eintraf, mussten wir uns ja zuerst einmal in Not begeben. Mit dem Vorsatz den Alkoholvorrat der Stadt zu trinken, leerten wir das erste Bierchen, prosteten bekannten Gesichtern zu und schon ging’s auch mit der Vorband los. Wenn ich mich nur an ein Lied erinnern könnte, aber ich glaube sie waren gar nicht so schlecht. Blondie hat auf alle Fälle gesagt sie wären besser als die Hauptband gewesen. Ich unterhalte mich also mit Blondie über die überdurchschnittlich gut aussehenden Gitarristen, währenddessen Beste-Freundin sich von irgendeinem Indie-Verschnitt zu ‘ner weiteren Flasche einladen lässt. Nachdem wir eine Reihenfolge der Best-Aussehenden fertig gestellt hatten, teilt mir Blondie mit, dass Nr. 1 seit kurzem ihr Freund ist. Na gut, einer weniger. Nicht weiter schlimm, es war ja noch die Dallas Green Kopie da. Leider ohne Tattoos, dafür aber auch mit weniger Bierbauch. Passt.

Ein paar Flaschen später war dann auch die Hauptband fertig. Somit kommen wir zum dunklen, verschwommenen Teil des Abends. Wir torkeln also von einem Club in den nächsten und erklären die Jukebox zu unserem neusten Quäl-Instrument. Nachdem ich die rockige Kundschaft mit dem ganzen Falco-Album beglückt hatte, beschlossen wir zurück zu Dallas zu gehen. Wobei ‚gehen‘ in diesem Fall eine neue Definition verdient hätte. ‚Rock me Amadeus‘-singend fanden wir uns schlussendlich auf der Tanzfläche wieder. Indie-Versschnitt war mittlerweile mit einer anderen beschäftig, was natürlich an Bester-Freundins Ego kratze. Als Beste-Freundin ist man schliesslich dazu verpflichtet der Konkurrenz Übernamen wie ‚Fett-Arsch‘, ‚Penalty-Gesicht‘ und weiteren schönen Bezeichnungen zu geben, also legte ich mal los. Als ich gerade so richtig in Fahrt kam und mit fantasievollen Wortkombinationen um mich warf, wurde ich von einer Hand unterbrochen. Wichtiger ist wohl die Bierflasche in der Hand zu erwähnen, die vor meinem Gesicht hin und her wedelte. Pony-Frisur wollte das Bier mit mir teilen und überschüttete mich mit Komplimenten zu meinem exakten Haarschnitt. Nächstenliebe wird im Ausgang ja immer gross geschrieben, also nahm ich einen Schluck und hielt Ausschau nach Dallas. Gefunden.
Als ich gerade dabei war Dallas zu sagen, dass er aussieht wie Dallas stand Pony-Frisur wieder neben mir. Pony-Frisur war eine Frau. Und Pony-Frisur war zu allem Übel noch Dallas‘ Freundin. Na toll.

Da Beste-Freundin eh schon seit einer halben Ewigkeit rumstammelte, sie wolle jetzt nach Hause gehen, suchten wir unser Zeug zusammen und standen schon draussen. Wie immer zu spät liefen wir zum vereinbarten Treffpunkt. Auf dem Weg zum Parkplatz überlegte ich mir passende Superhelden-Namen für Beste-Freundin's Ex, da unser letzter Zug schon vor X-Stunden gefahren war, und wir um nach Hause zu kommen ein kleines Vermögen für ein Taxi ausgegeben hätten oder bei einem weniger edlen Ritter um ein Schlafplätzchen betteln müssten.
Sichtlich angepisst vom Warten kam aber nur eine karge Begrüssung von Zorro. Von unserer Seite ein liebevolles Dankeschön. Die folgenden 15min Autofahrt verbrachte ich mit dem Kopf neben dem offenen Fenster um meiner Übelkeit zu entkommen, 1. vom Alkohol und 2. machte Beste-Freundin Robin Hood ununterbrochen liebevolle Komplimente wie hübsch er doch sei, und wie schön ihm seine Frisur heute gelungen wäre. Und so ass ich mein Kägi-fret, welches ich vorhin beim Selecta-Automat mit einem zufälligen Zahlendrücken erhalten hatte und wünschte mich in mein Bett. Die Hälfte von meinem Snack liegt wohl noch irgendwo auf dem Rücksitz. Radio-Active-Man wird sich freuen.

Zu Hause angekommen ging‘s als erstes mal aufs WC, wo ich unter anderem mein Abendessen verabschiedete. Erleichtert, dass nun das Karussell in meinem Kopf endlich eine Pause einlegte, lag ich auf dem Teppichboden und sah in dieser Position perfekt unter den Tisch. Und siehe da, ich hatte meinen Kajal-Stift wieder gefunden. Immerhin ein Erfolg an dem Abend.

In Liebe, Lust und Likör,

Eure Hafennutte

Dienstag, 22. Juli 2008

Besoffene Beweismittel: alkohluN N.D TecH!NiK!!(IIIch.l4EB3.33DIC4H!!)


Die folgende Situation ist sicher mehreren Leuten vertraut: Man wacht nach einer langen Nacht mit einem dröhnendem Schädel auf und fragt sich unter anderem erstmals was gestern denn so passiert ist.

Es kommt einem die einleuchtende Idee zuerst einmal einen Blick aufs Handy zu werfen. Schnell wird einem klar was man im Vollrausch so unter anderem angestellt hat, denn moderne Mobiltelefone bieten dem Benutzer ja "zum Glück" mit Hilfe des "Gesendete Nachrichten"-Ordners alle schriftlichen Schandtaten der letzten Nacht einzusehen. Jetzt können diese Nachrichten einen amüsierenden oder erleichternden Rückblick (Natürlich mit den üblichen Tippfehlern. Besoffen werden schnell mal drei Tasten zu einer reduziert.) auf die verschwommenen Stunden der vergangenen Nacht geben, oder man wird mit peinlichen Geständnissen und grosszügigem Herz-Auskotzens bombardiert. Nochmals probiert, in Höhlenmenschenmanier, jemanden übers Handy für besoffenen Sex zu begeistern? Der flüchtigen Bekanntschaft aus dem Club von letztem Freitag in einer kunstvollen Kombination aus Zahlen, Satzzeichen und unverständlichen Buchstabenkombinationen die unendliche Liebe gestanden? Mit Alkohol oder anderen Enthemmungsmitteln kann dies schnell zur Tages...nein Nachtordnung werden.

Ich weiss aus eigener Erfahrung nur zu gut das ich es am liebsten hätte das man mir mein Handy von 22 Uhr bis offen wegnehmen würde. Jedoch ist dies bis jetzt nicht passiert, und so hatte auch ich bis jetzt das eine oder andere schlimme Erwachen am Tag danach.

Und so habe ich doch eine Bitte an die Mobiltelefon Hersteller. Wie schön wäre es doch, wenn Handys mit dem überschreiten einer gewissen Promille Grenze des Benutzers einfach nur noch Anrufe an Notrufnummern und Taxidiensten zuliesse? Die Situation: Torkelnd will man sein Handy benützen um irgendwelche, in dem Moment sehr plausibel scheinenden, Anrufe zu betätigen oder tiefgründige Kurzmitteilungen zu schreiben. Jedoch hat man, im nüchternen Zustand, schlauerweise sein Mobiltelefon auf den Sternhageldicht Modus umgestellt. Jetzt funktioniert es nur noch nachdem man eine, in einem stark alkoholisierten Zustand unmögliche, Rätselaufgabe löst. Und so könnte man auch am nächsten Morgen noch dankbar dafür sein, im 21.Jahrhundert und nicht in der Zeit der Brieftauben oder Rauchsignalen, zu leben.

Ja, dieses ganze Technik Techtelmechtel kann auch etwas positives haben. Vieles, was sonst verschwiegen geblieben wäre, wird besoffen laut und in CAPS-lock der ganzen Welt verkündet. Und ein gewisser Unterhaltungsfaktor besteht auch.
Mein Tip? Lasst die Handys zu Hause oder wendet euch im besoffenen und zugedröhnten Zustand mit voller Hingabe und grösster Leidenschaft den Handys zu. Wer weiss, vielleicht nimmt jemand irgendwann das Angebot, um 5 Uhr Morgens durch den Bahnhof zu flitzen oder spontan eine Nummer mit dem Ex zu schieben, an.

In Liebe, Lust und Likör,

Eure Gossenschlampe

Montag, 21. Juli 2008

Wir werfen den ersten Stein

Auf das unsere Eskapaden vieles zum Einstürzen bringen. Denn wir sind 2019. Wir treiben euch unser Unwesen ein und schlafen unseren Rausch aus. Und weil wir nicht so sein wollen, finden wir zwischen Leber und Milz noch Zeit um euch unsere Erlebnisse und Gedankenwelten näher zu bringen. Torkelt mit wenn kurze Röcke lange Nächte verbringen und volle Köpfe über leere Gedanken schreiben.

Denn die späten Stunden der Nacht, die frühen Minuten des Morgens und die langen Sekunden des Exzess tragen die grössten Früchte.

In Liebe, Lust und Likör,

Hafennutte und Gossenschlampe.